“Poetischer Enthusiasmus
Kindheit und Kolportage bei Else Lasker-Schüler
Vortrag und Diskussion mit Magnus Klaue | 21.02.2012
Einst für ihren naiven Geist gepriesen oder geschmäht, gilt Else Lasker-Schüler heute als Zeitgenossin in fast jeder Hinsicht. Demgegenüber soll der Vortrag zeigen, dass der radikale Impuls ihres Œuvres nur erfasst werden kann, wenn die vermeintlich trivialen Gehalte ernst genommen werden, die ihrem Werk bis an die Schwelle des Exils zugrunde liegen und sich als Ästhetik der Kolportage beschreiben lassen. Lasker-Schülers Grundgestus einer polemischen Negation bürgerlicher Hoch- wie populärer Massenkultur wird anhand ihrer Poetik der Kindheit, der Kritik des Kindheitskults Peter Hilles, der Affinität zum Dichtungskonzept Gustav Landauers, der Auffassung von Kitsch und Nonsenspoesie sowie ihrer Poetik der Urbanität nachgezeichnet.
In seiner »Berliner Kindheit um neunzehnhundert« sowie in der »Einbahnstraße« beschreibt Walter Benjamin Erfahrungen bürgerlicher Kindheit, die sich auf keine bürgerliche Pädagogik und keine romantische Kindheitsideologie reduzieren lassen. Diese kreisen immer wieder um das Glück einsamen Lesens und Spielens - Szenen einer Selbstvergessenheit, in der Alleinsein nicht Privation, sondern Erfüllung bedeutet und die eine Sehnsucht weckt, an die der Erwachsene sich nicht mehr erinnern darf, will er nicht der universalen Lüge gewahr werden, auf der seine Existenz beruht. An solche kindlichen Lese- und Spielszenen knüpft auch Else Lasker-Schüler an, die von sich behauptet hat, ihre gesamte Dichtung sei im Grunde dem kindlichen Knopfspiel entsprungen. Der Vortrag entfaltet diese Poetik der Kindheit bei Lasker-Schüler in Rekurs auf Benjamin, aber auch in Absetzung zu damaligen pädagogischen und psychologischen Diskussionen über Kindheit.”
letzten endes nur einen satz aufgeschrieben, der da : “…und pflegen an der Lesewut zu kranken.”
behalten auch, “weiße nacht unter dem Papier…” und so weiter. selbst T. mit seinen 10 Semestern Literaturwissenschaft habe “nichts verstanden”, das glaube ich ihm aber nicht, da stimmt nicht.
anstrengend: ihre texte als fiktiv zu verstehen, darum sie also nicht authentisch sind und gerade deshalb letztlich authentisch sind und man ihnen deshalb dann doch jede Authentizität absprechen muss.
auch ein bisschen, die nagelkauparty neben mir. egal.